Eine Reise geht zu Ende - Goodbye Südamerika
Von Riobamba nach Puembo
Am Morgen des 17. März bestellte ich mir ein Uber-Taxi zum Busbahnhof in Riobamba. Kaum saß ich im Auto, meinte der Fahrer zu mir, dass ich behaupten sollte wir seien Freunde falls uns die Polizei anhalten würde. Scheinbar ist Uber hier in der Stadt nämlich illegal. Aus irgendwelchen Gründen gab es genau an diesem Tag an jeder Ecke Polizeikontrollen. Aber wir wurden zum Glück nicht angehalten.
Ich hatte Glück, denn genau in dem Moment als ich am Busbahnhof ankam, startete ein Bus nach Quito. Ich stieg schon ein bisschen vorher - nämlich in Aloag - aus. Mit ein bisschen Herumfragen fand ich dort einen Bus nach Pifo. Und von Pifo brauchte ich dann nochmals ein Uber, um zu meiner Airbnb Unterkunft zu kommen. Ich war also fast den ganzen Tag unterwegs für eine Strecke, die man mit dem Auto in etwa drei Stunden zurücklegen könnte.
Der Abschied
Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen. Mein Flug ging um 10 Uhr morgens. Gerald - ihr erinnert euch sicher an ihn - ließ es sich nicht nehmen mich bereits um 6:30 Uhr von meiner Unterkunft abzuholen und zum Flughafen zu bringen. Er wohnt nämlich nicht allzu weit weg. Das hat mich natürlich sehr gefreut, dass er sich extra Zeit genommen hat mich noch zu verabschieden.
Fünf Monate Südamerika: Venezuela, Galapagos & Ecuador - ein Resümee
Die letzten Tage waren so vollgepackt, dass ich kaum Gelegenheiten hatte, wirklich darüber nachzudenken, dass diese Reise langsam aber sicher zu Ende geht. Nun - während ich auf das Boarding warte - habe ich reichlich Zeit. Vielleicht habe ich es schon mal erwähnt: Auf Flughäfen werde ich immer besonders emotional, immerhin bedeuten sie für mich meist den Anfang oder das Ende eines großen Abenteuers. Im Moment freue ich mich irrsinnig auf Zuhause: meine Familie, meine Freunde und die Berge. Zum anderen ist da natürlich auch Wehmut über das, was ich hinter mir lasse. Es ist wieder Zeit Abschied zu nehmen, von einem Ort, der für eine Weile so etwas wie mein Zuhause war. Es ist unglaublich wie viel ich in den letzten fünf Monaten erlebt habe, und vor allem auch wie schnell sie vergangen sind.
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Goodbye Südamerika! Hier am Mt Roraima in Venezuela |
Venezuela - das Land vor dem mich alle warnten
Bei meinen Reisevorbereitungen habe ich lange damit gehadert, ob ich nun wirklich nach Venezuela reisen sollte oder nicht. Ich habe unzählige Warnungen bekommen, wie gefährlich es dort sei. Ich entschied mich trotzdem dafür. Im Endeffekt hat mich das Land umgehauen. Die Menschen dort waren die gastfreundlichsten, die ich je getroffen habe. Ich wurde überall mit so unglaublich viel Offenheit und Herzlichkeit aufgenommen. Zu meinen Highlights dort gehörte sicher das 6-tägige Roraima Trekking mit dieser surrealen Landschaft, als wäre sie nicht von dieser Welt. Und dann war da noch die Karibikinsel Isla Margarita mit ihren menschenleeren Traumstränden und der entspannten Karibik-Atmosphäre. Unvergesslich waren auch die kleine Andendörfer rund um Mérida. Was mir am meisten in Erinnerung bleibt, waren aber all die Begegnungen mit den Einheimischen.
Galapagos - das Naturparadies
Man kann sich ja vieles unter einem Naturparadies vorstellen, aber die Galapagos-Inseln übertreffen all das! Wildtiere so weit das Auge reicht und noch dazu in allernächster Nähe. Beim Schnorcheln tauchten immer wieder Seelöwen direkt vor meiner Nase auf, riesige Meeresschildkröten schwammen zum Anfassen nahe an mich heran, Landschildkröten spazierten beim Wandern an mir vorbei (bzw testeten, wie denn so ein Menschenfinger schmeckt *lach*). Und dann war da noch dieser Walhai, den wir bei unserer Schnorcheltour entdeckt haben und minutenlang neben diesem mindestens 15 Meter großen Tier hergeschwommmen sind. Unvergessliche Momente!
Ecuador - Dschungel, Kakao, hohe Berge und alte Bekanntschaften
Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich habe insgesamt bereits fast 8 Monate in Ecuador verbracht. Vor acht Jahren waren es fünf Monate und diesmal nochmals fast drei. Das Land ist einfach so unglaublich vielfältig. Von Trauminseln über richtig hohe Berge bis hin zum Amazonasgebiet lässt sich hier alles finden. Ich fand es sehr schön auf dieser Reise ein paar alte Bekannte von vor acht Jahren wieder getroffen zu haben. Ein besonderes Abenteuer war auch die Arbeit auf einer Kakaofarm im Amazonasgebiet. Und dann natürlich noch die atemberaubenden Anden. Ich habe ausgiebige Wanderungen unternommen, bis auf eine Höhe von etwa 5.000 Metern.